, Kurt Lichtensteiger

Ein Revival der früheren Hausecken-Rennen

Rund 100 Biker trotzten am Samstagnachmittag der Kälte und dem Dauerregen.  Im Aadorfer Dorfkern traten sie wagemutig in die Pedalen, ob beim Eliminator BikeRace als Plauschfahrer oder lizenzierte Rennfahrer. Nur das Festzelt bot schützendes Dach.

 

AADORF – Früher - aber das ist doch schon einige Zeit her - da veranstalten wir Knaben Velorennen im Quartier. Ein Vorhaben, das heute mit dem gewaltigen Verkehrsaufkommen nicht mehr denkbar ist. Wer damals einen Dreigänger hatte, war schon privilegiert. Fahrräder mit  Rücktritt waren noch gang und gäbe. Womöglich stand die Erinnerung immerhin Pate zum Bike-Race neuzeitlicher Ausprägung. Mit dem Unterschied, dass der rund 750 Meter lange Rundkurs inmitten des Aadorfer Dorfzentrums mit Plastikbändern abgesperrt war, über Asphaltstrassen und schlammigen Wiesengrund führte, gespickt mit allerlei Hindernissen. So waren nicht nur Tempobolzen gefragt, sondern Geschicklichkeit, Technik und Stehvermögen. Nicht zu reden von der Ausrüstung: Ohne Bike mit bis zu 27 Gängen, Stollenpneus, Gabelfederung und wirksamen Bremsen ist heute kein Staat mehr zu machen, geschweige ein Rennen zu gewinnen. Ein schützender Helm, ein leuchtendes Trikot, Velohosen, Handschuhe und Bike-Rennschuhe sind weitere Entwicklungsschritte, die den Radrennsport,  vor allem auch bei den Jugendlichen, so attraktiv machen.

 

Spektakel für Fahrer und Zuschauer

Der Aadorfer Bikeshop Studer veranstaltete die Rennen zum 10-jähigen Bestehen  des Biketeams sozusagen vor seiner Haustüre. Wegen des miserablen Wetters hielt sich der Zuschaueraufmarsch in Grenzen. Dass es bei den Fahrern doch noch 15 Nachmeldungen gab, war erstaunlich. Den Organisatoren ist zu wünschen, dass sie bei einer durchaus möglichen Neuauflage mehr Glück haben werden.

In den verschiedenen Kategorien, nämlich Lizenzfahrer, Erwachsene, Jugend, Schüler und Kids, lieferten sich die Teilnehmenden fulminante Duelle. Als besonders attraktiv entpuppten sich die Ausscheidungsrennen. Nach einer Qualifikationsrunde mit vier Gestarteten mussten jeweils die zwei Letzten ausscheiden. Der Modus brachte es mit sich, dass den Gegnern keinen Zentimeter geschenkt wurde. Nicht um jeden Preis bei den Plauschrennen, dafür umso mehr bei den Lizenzierten, denen eine Qualifikation für die Europameisterschaften  vom 21.Juni auf dem Berner Bundesplatz winkte. Freude durften die zahlreichen Zuschauer entlang der attraktiven Strecke auch an den Jüngsten haben, die nach einem Massenstart um die vordersten Plätze sputeten.

 

Zwei Stimmen:

Von der Anstrengung gezeichnet war Marcel Nünlist aus Wiezikon. Der 53-Jährige qualifizierte sich zwar nach dem Zeitfahren, musste dann aber im Ausscheidungsrennen die Segel streichen. Er sei nun froh, sich zum Mitmachen überwunden zu haben. Nun gehe es unter die Dusche, dann ins Festzelt zur Pflege der Gemeinschaft zwischen Gleichgesinnten. Nicht ganz glücklich über die Situation  äusserte sich die wetterresistente Lokalmatadorin Sabrina Baumgartner beim Aufwärmen auf den Rollen.  „Weil sich unter diesen Bedingungen keine Gegnerinnen gemeldet hatten, entschloss ich mich, in der Kategorie „Jugend“ zu starten, gleichsam als Training. „Regen und Kälte machen mir nicht viel aus, hingegen der nasse Boden, der hohe Anforderungen an die Technik stellt“, sagte die Medizinstudentin, die in wenigen Wochen zu einer weiteren Prüfung antritt, nämlich zum Staatsexamen. Resultate unter www.eliminator-aadorf.ch