, Marcel Nünlist

Züri-Metzgete

Als Schlusspunkt der Sommerferien stand noch die Züri-Metzgete auf dem Rennplan. Bei sonnigem Wetter und warmen Temperaturen fuhren zuerst die U17/U15 und U13 das Rennen mit Fahrern und Fahrerinnen der Radsportschule Elgg-Aadorf.

Anschliessend stand die Volksmetzgete über drei verschiedene Distanzen (1,2 oder 3 Runden à 53 km) auf dem Programm. Ich hatte mich für die 1 Runde-Variante entschieden und stand mit knapp 300 anderen Fahrern im Startblock E und wartete auf den erlösenden Start. Auch Sabrina Baumgartner war in diesem Block anzutreffen und fuhr das Rennen zu Trainingszwecken für das Finale des BMC-Cups. Da das Rennen in diesem Block „nur“ über 1 Runde ging, war ich auf einen schnellen Start vorbereitet. Und so ging auch bereits nach dem Start die Poscht ab. Ich wollte um jeden Preis vorne dabei sein, denn schon kurz nach dem Start war eine kurze aber ruppige Steigung  bei Regensdorf wo man das Rennen bereits verlieren konnte. Also dranbleiben und ja kein Loch aufreissen lassen. Sabrina fuhr auch schon an mir vorbei und ich blieb an ihrem Hinterrad. Dann ging es in horrendem Tempo flach oder leicht abfallend Richtung Dielsdorf und Weiach. Ein kurzer Blick auf den Garmin zeigte rund einen 45er (!) und dies bei Gegenwind. Alle versuchten sich im Feld etwas zu verstecken um Kräfte zu schonen, was auch gewisse Gefahren in sich barg. Deshalb fuhr ich links, im Gegenwind, wieder etwas nach vorne wo es sicherer war. Sabrina war immer an der Spitze anzutreffen und führte das Feld zeitweise sogar an. Schon bald wurden die vor uns gestarteten Fahrer ein- und überholt und es wurde ziemlich nervös und hektisch, da einige Fahrer versuchten in unserer Gruppe Unterschlupf zu finden, so musste ich auch mal die Ellbogen etwas ausfahren.

Kurz darauf wurde Kaiserstuhl erreicht und die echte Herausforderung mit dem berüchtigten „Siglistorfer“ stand bevor. Als fährt man in eine Wand, so präsentiert sich die 14%ige Steigung. Genau so fuhr es auch in meine Beine und deshalb musste ich die Spitze unserer Gruppe, darunter auch Sabrina, ziehen lassen. Doch ich war in guter Gesellschaft und wir konnten uns wieder zu einer guten Gruppe formieren. Als Schluss-Beisser war aber noch der „Regensberger“ zu bezwingen, den ich recht gut hochfahren konnte. Nach einer tollen Abfahrt mit heissen Kurven wurden die Positionen auf der sehr langen Zielgeraden für den Schlussspurt bezogen. Durch leichte Krampferscheinungen konnte ich leider nicht mehr voll Mitsprinten, was mich im Nachhinein doch etwas ärgert, ich aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste. Stolz und mit einer guten Zeit gab es nach der Zieldurchfahrt noch Smalltalk mit Sabrina, bekannten Racern von den „Mittwochsrennen“ und einem alten bekannten vom VC Fischingen, Herbert Fivian, der als 69 jähriger mit der gleichen Zeit ins Ziel fuhr.

In der Schlussabrechnung belegte ich Overall den 69. Rang von insgesamt 295 Klassierten. Es gab aber auch eine Rangliste nach Kategorien, wo ich mit einer Zeit von 1:27.07,7 (Schnitt 36.4 km/h) bei den Senioren 3 einen tollen 4. Rang von insgesamt 29 Klassierten einfahren konnte. Doch nun der Grund zu meinem kleinen Aerger, für das Podest fehlten lediglich 1,8 Sek. oder rund 18m! (Aber wo rausholen, wenn die Beine nicht mehr hergeben). Was soll’s, es war ein tolles Rennen und es wird nächstes Jahr wieder eine Chance geben das ersehnte Podest eventuell besteigen zu können. Nach dem Rennen ist vor dem Rennen.

Sportliche Grüsse

Marcel & Jason Nünlist